Turniertanzsport

Beim Tanzsport wird Tanzen als Sportart ausgeübt. Wettkampfmäßigen Tanzsport nennt man auch Turniertanz. Sitzt dabei mindestens einer der Tänzer im Rollstuhl, ist es Rollstuhltanz.

Als Tanzsport betrieben werden unter anderem die lateinamerikanischen Tänze, die Standardtänze, Rock ’n’ Roll, Boogie-Woogie, Bugg und West Coast Swing sowie Orientalischer Tanz, Cheerleading, Hip-Hop, Showdance, Discodance, Steptanz, Breakdance, Electric Boogie, Jumpstyle, Gardetanz und Jazz und Modern Dance. Welche Tänze sportlich ausgeübt werden, unterscheidet sich von Land zu Land. Die ersten drei genannten sind auch bei den World Games vertreten.

Auf Tanzturnieren treten Einzeltänzer, Tanzpaare oder Tanzformationen gegeneinander an. Wertungsrichter beurteilen die Darbietungen unter verschiedenen Gesichtspunkten und vergeben Punkte oder Platzierungsempfehlungen, anhand derer Sieger und Ranglisten ermittelt werden. Ablauf und Form der Turniere können sehr unterschiedlich ausfallen.

 

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Startgruppen

Startgruppen sind Einteilungen nach Alter. Im Bereich des DTV gibt es folgende Startgruppen:

Kinder- und Jugendgruppen

Kinder I (Höchstalter des älteren Partners 9 Jahre)

Kinder II (Höchstalter des älteren Partners 11 Jahre)

Junioren I (Höchstalter des älteren Partners 13 Jahre)

Junioren II (Höchstalter des älteren Partners 15 Jahre)

Jugend (Höchstalter des älteren Partners 18 Jahre)

Zurzeit werden bis auf Weiteres die beiden Kindergruppen zu einer gemeinsamen Startgruppe Kinder zusammengefasst.

Hauptgruppen

Hauptgruppe (Mindestalter des älteren Partners 19 Jahre)

Hauptgruppe II (Mindestalter eines Partners 28 Jahre)

Seniorengruppen (Standard)

Senioren I (Mindestalter beider Partner 35 Jahre)

Senioren II (Mindestalter beider Partner 45 Jahre)

Senioren III (Mindestalter des älteren Partners 55 Jahre, Mindestalter des jüngeren Partners 45 Jahre)

Senioren IV (Mindestalter des älteren Partners 66 Jahre, Mindestalter des jüngeren Partners 56 Jahre)

Seniorengruppen (Latein)

Senioren I (Mindestalter beider Partner 35 Jahre)

Senioren II (Mindestalter beider Partner 45 Jahre)

 

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Startklassen

Startklassen sind Einteilungen nach Leistung. Im Bereich des DTV beginnen Turnieranfänger in der D-Klasse und ertanzen sich durch Platzierungen und Punkte den Aufstieg in die C-Klasse, auf welche die B- und A-Klasse folgen. Danach kann noch der Aufstieg in die höchste deutsche Klasse, die S(onder)-Klasse, erreicht werden. Die Anforderungen dazu sind besonders hoch und wie bei allen anderen Klassen bundeseinheitlich geregelt.

In der D- und C-Klasse sind nur bestimmte Figuren erlaubt. Ab der B-Klasse ist diese Schrittbegrenzung aufgehoben.

In der Kindergruppe gibt es nur die Startklassen D bis C, In der Juniorengruppe D bis B, in der Jugendgruppe D bis A. In der höchsten Kinder-, Junioren-, und Jugendklasse ist ein Doppelstart in der gleichen Klasse der jeweils nächsten Altersgruppe erlaubt. Dort ist dann auch ein Aufstieg in die nächsthöhere Klasse zugelassen. Somit kann beispielsweise ein Paar zugleich Jugend A und Hauptgruppe S sein. Die Senioren IV sind auf die Klassen A und S beschränkt. In der Senioren Latein-Gruppe gibt es aufgrund der geringen Anzahl an Aktiven nur die D-, C-, B-, und S-Klasse.

Bei geringer Anzahl von Aktiven in einzelnen Startklassen und bei Einladungsturnieren (Turniere 2. Ordnung ohne Vergabe von Aufstiegspunkten und -platzierungen) können Startklassen auch kombiniert werden, zum Beispiel B- mit A-Klasse; bei Turnieren 1. Ordnung ist dafür die Genehmigung des Bundes- oder Landessportwartes notwendig.

Da ein Abstieg in eine niedrigere Startklasse nicht möglich ist, sammeln sich die Paare in der S-Klasse, so dass die Leistungsspanne gerade dort besonders hoch ist. Es ist praktisch nur eine Frage der Zeit, dass man bei regelmäßiger Turnierteilnahme und günstiger Wahl von Turnieren in die nächsthöhere Klasse aufsteigt. Problematisch wird dies bei Paaren, die aufgrund ihres Alters oder mangelnder Zeit an Leistung verlieren. Die selbstbeantragte Rückstufung in eine niedrigere Startklasse ist zwar möglich, wird jedoch nur selten genutzt, so dass Abstiegsregelungen immer wieder diskutiert werden.

 

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Turnierarten

Breitensportwettbewerb (BSW)

BSW-Turniere sind eher für Einsteiger gedacht. Es wird nur eine Auswahl aus beiden Disziplinen (Standard und Latein) getanzt.

Siehe auch: Breitensportwettbewerb (Tanzen).

Kombinationsturnier („Zehn Tänze“)

In einem Kombinations- oder Turnier über zehn Tänze werden alle zehn klassischen Turniertänze (Standard und Latein) in einem Wettbewerb absolviert.

Ranglistenturnier

In den höchsten Leistungsklassen der jeweiligen Altersgruppen werden in beiden Disziplinen (Standard und Latein) Ranglistenturniere in Deutschland ausgetragen.

Junioren II B

Jugend A

Hauptgruppe S

Senioren I S

Senioren II S

Bei diesen Turnieren erhalten die Paare je nach ihrer Platzierung sogenannte Ranglistenpunkte. Über diese sich daraus ergebende Rangliste werden sogenannte Sternchenpaare ermittelt, die bei den Deutschen Meisterschaften direkt für die Zwischenrunde qualifiziert sind und die Vorrunde nicht zu bestreiten brauchen.

 

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Turnierrunden

Im Folgenden ist von Paaren die Rede, auch wenn beispielsweise in Formationswettbewerben keine einzelnen Paare, sondern die ganze Formation als Gruppe gewertet wird.

Bei Tanzsportturnieren unterscheiden sich die Wertungsverfahren in den Vorrunden und der Endrunde: Während in den Vor- und Zwischenrunden von den Wertungsrichtern eine verdeckte Wertung vorgenommen wird, findet in der Endrunde eine offene, für Teilnehmer und Publikum sichtbare, Wertung statt.

 

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Vor- und Zwischenrunden

Bei mehr als sechs startenden Paaren finden Vor- und evtl. Zwischenrunden statt. In der Vorrunde nehmen alle startenden Paare teil. Da in der Endrunde aber nur sechs (bei Punktgleichheit sieben) Paare starten dürfen, muss die Anzahl der Paare in den Vor- und Zwischenrunden auf diese Zahl verringert werden. Die Regeln besagen, dass mindestens die Hälfte der Paare in die nächste Runde kommen sollen. Dies geschieht durch eine Auswahlwertung.

Dazu verteilen die Wertungsrichter bei jedem Tanz Kreuzchen an diejenigen Paare, die sie in der nächsten Runde (oder der Endrunde) noch einmal sehen möchten. Dabei stehen ihnen üblicherweise ein Halb bis zwei Drittel so viele Kreuzchen zur Verfügung, wie Paare in der Runde teilnehmen. (Bei 21 Paaren verteilt ein Wertungsrichter also in jedem Tanz 11 bis maximal 14 Kreuzchen). Bei Meisterschaften (z. B. Landesmeisterschaften oder Deutschen Meisterschaften) ist die Kreuzchenzahl limitiert auf genau die Hälfte der startenden Paare. Dennoch kann es bei gleicher Kreuzchenzahl passieren, dass mehr als die Hälfte der Paare an der nächsten Runde teilnehmen dürfen. Diese Praxis kann zu Verzerrungen des Gesamtergebnisses führen.

Ein Paar kann in jedem Tanz maximal so viele Kreuzchen sammeln, wie Wertungsrichter vorhanden sind. In die nächste Runde kommen dann die Paare, die über alle Tänze die meisten Kreuze gesammelt haben (einfache Addition). Die ausscheidenden Paare werden anhand der Kreuzchensumme platziert. Haben mehrere Paare die gleiche Anzahl Kreuze, so wird der betreffende Platz geteilt.

 

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Redance (Hoffnungslauf)

Bei internationalen Turnieren ist es üblich, einen Hoffnungslauf durchzuführen. Bei der ersten Runde (Vorrunde) haben die Paare die Möglichkeit sich direkt für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Von den nicht qualifizierten Paaren erhalten einige ihre zweite Chance sich im Redance für die Zwischenrunde zu qualifizieren.

 

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Endrunde

Alle Tanzsportturniere werden von einer ungeraden Zahl von Wertungsrichtern gewertet, so dass sich eine eindeutige Mehrheit ergibt. Die Wertungsrichter geben eine Platzierungsempfehlung ab und ein Paar erhält eine Platzziffer, wenn es die Majorität der Platzierungen für diesen Platz oder einen besseren Platz erhält (genaueres siehe Majoritätssystem). Dies geschieht jeweils für alle Tänze eines Turniers getrennt. Die Platzziffern werden dann zur Bestimmung des Endergebnisses summiert, wobei die niedrigere Summe den besseren Platz ergibt. Bei Summengleichheit des Ergebnisses wird das Skatingsystem angewendet, welches die einzelnen Platzierungsempfehlungen genauer beachtet.

 

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Wertungsgebiete

Die Wertungsrichter bewerten die Leistungen der Paare relativ zueinander. Hierbei stehen ihnen vier Wertungsgebiete zur Verfügung.[1]

Musik umfasst das Tanzen im Takt und im Grundrhythmus, sowie das Bestreben, Musik als Gesamtwerk bewegungsmäßig umzusetzen.

Balancen behandelt die tanztypischen Körperpositionen zueinander und miteinander und deren Wechselwirkung auf die jeweiligen Bewegungsenergien.

Bewegungsablauf beinhaltet die verschiedenen Strukturen von Bewegungselementen und den daraus entstehenden Verknüpfungen.

Charakteristik – Das letzte Bewertungsgebiet umfasst die historische Entwicklung der einzelnen Tänze und beinhaltet außerdem alles, was der Tanzsportler zusätzlich zu den erlernten Fähigkeiten, in seinem Bestreben, Musik in Bewegung umzusetzen, zum Ausdruck bringt.

Der Schwierigkeitsgrad ist grundsätzlich kein Wertungsgebiet. Die bessere Leistung ist an der rhythmischen und bewegungsenergetischen Ausführung des Tanzes zu bemessen. Die Wertungsgebiete stehen nicht gleichberechtigt zueinander. Erst wenn in einem Wertungsgebiet eine Differenzierung der Paare nicht mehr möglich ist, wird das nächstfolgende Wertungsgebiet herangezogen.

 

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[1] Wertungsrichtlinien im DTV für die Standard- und lateinamerikanischen Tänze (PDF-Datei; 91 kB)

WRRICHTL.pdf Download

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